Finde-Dienst

Der in WebDA zu entwickelnde Finde-Dienst soll vor allem NutzerInnen mit altersbedingter Vergesslichkeit bis hin zu einer Demenzerkrankung ermöglichen, verlegte Gegenstände in ihrer häuslichen Umgebung wiederzufinden. Viel Zeit geht in der Betreuung dieser Menschen damit verloren Gegenstände zu suchen, da sie sich auf Grund der nachlassenden Gedächtnisfähigkeit nicht mehr daran erinnern können, wo sie bestimmte Gegenstände abgelegt haben.
Der Finde-Dienst kann mit einem Tablet-PC bedient werden und zeichnet sich durch eine speziell auf die Anforderungen dieser Zielgruppe abgestimmte handlungsauffordernde Bedienoberfläche aus, so dass auch von leichter Demenz Betroffene diesen Dienst selbständig nutzen können. Der Finde-Dienst ist multimedial gestaltet, z.B. wird bei der Fundortangabe das Foto des Fundortes präsentiert und der angezeigte Text „Sie finden die Uhr auf dem Esstisch.“ auch akustisch ausgegeben.

Damit Angehörige von zu Hause entweder gemeinsam mit ihrem an Demenz erkrankten Familienmitglied oder alleine auf den Finde-Dienst zugreifen können, ist er auch von remote nutzbar. Zur Verwaltung des Dienstes wird ein Interface für betreuende Angehörige zur Verfügung gestellt, das es z.B. ermöglicht Gegenstände neu aufzunehmen. Zum Abschluss der Neuaufnahme ist durch eine „Testsuche“ überprüfbar, ob der Gegenstand korrekt geortet werden kann. Die Ortung geschieht dabei durch Einsatz von RFID-Technologie.

Die RFID-Technik ist eine einfache Funktechnik, mit deren Hilfe Dinge identifiziert werden können. Die hier verwendete „passive RFID-Technik“ arbeitet mit sogenannten Transpondern, die ohne Batterie auskommen. Sie werden mit Energie aus den Funkwellen der Lesegeräte versorgt und senden ihre Identifikation zurück an das Lesegerät. Über die Signalstärke können Rückschlüsse auf den Abstand zwischen Transponder und Lesegerät gewonnen werden. Dieser kann bis zu 10m betragen. Innerhalb von Wohnungen ist dieser jedoch meist deutlich geringer. Um aus den Signalstärken der Transponder die Position eines Gegenstands zu bestimmen, werden die Ablageflächen der Wohnung ebenfalls mit Transpondern ausgestattet. Die von diesen Referenztranspondern erfassten Signale werden dann mit den an den Gegenständen angebrachten verglichen. Damit kann die Position der Gegenstände trotz Dynamik in der Wohnung korrekt berechnet werden. Weiterhin wird so eine aufwendige Kalibrierung vermieden. 

Schlüsselszenario

Da es insbesondere bei dementen Menschen leicht vorkommen kann, dass beim Verlassen der Wohnung der Haustürschlüssel vergessen wird, wurde das „Schlüsselszenario“ entwickelt. Mit dessen Hilfe wird der Demente beim Verlassen daran erinnert, den Schlüssel mitzunehmen. Dank der bereits im Finde-Dienst verwendeten RFID-Technologie kann WebDA sogar gleich sagen, wo sich der Schlüssel befindet. Gleichzeitig verhindert das System, dass die Wohnungstür zugezogen werden kann und sich die Person somit aussperrt. Erst mit dem Schlüssel kann die Tür von außen geschlossen werden.
Für Angehörige und Pflegedienste gibt es einen Schalter, der das einmalige Zuziehen der Wohnungstür erlaubt. Ein Verlassen der Wohnung ist somit auch ohne Schlüssel und ohne Zutun des Bewohners möglich. Das WebDA-Schlüsselszenario erhöht zudem die Sicherheit, da im Gegensatz zum herkömmlichen Zuziehen einer Wohnungstür diese auch gleichzeitig abgeschlossen wird, während die Tür von Innen wie gewohnt über die Türklinke geöffnet werden kann, was insbesondere bei Notfällen ein entscheidender Vorteil sein kann.